Präsentiert von curt

Das lange erwartete erste Album von Schwedens am schlechtesten gehüteten Geheimnis ist endlich über uns gekommen: Ende September haben die Viagra Boys ihr Debüt „Street Worms“ veröffentlicht. Passend zu ihrem furiosen Auftritt beim Reeperbahn Festival ist damit ein Werk draußen, das den Zuhörern die Köpfe und Hirne verwirrt. Schon die erste Single „Sports“ war mit ihren verdrehten und verflochtenen Sounds ein kleines Meisterwerk. Für den schlüpfrigen Basslauf würde manch einer töten, die monotonen Drum-Schläge treiben den Song mechanisch voran, die kreischenden Gitarren zersägen die Luft und der Sänger deliriert rund um verschiedene Sportarten, als ginge es um nichts Geringeres als das Leben. Die Stockholmer verwirren die Sinne mit einem ziemlich knurrig-groovenden Postpunk, der einen in alle Richtungen schubst. Rollen da unterirdisch die Talking Heads aus dem Hangar? Bollern da die Stooges mit ihrem Iggy Pop oder klingt die Stimme eher nach dessen Berliner Mitbewohner David Bowie oder steht Mark E. Smith da und dort Pate? Will da jemand den Krautrock wiederbeleben oder ist alles ganz anders? Einordnen lassen sich die sechs Schweden keinesfalls. Das ist aber auch nicht nötig. Stattdessen lässt man sich lieber von den gelichförmig rollenden Stücken in Sicherheit wiegen, bevor man mit einem Krach-Riff, einem Schrei oder einem eleganten Hüftschwung wieder in den Abgrund gestoßen wird. Und das schafft niemand so konsequent und dabei so charmant mit einem falschen Lächeln wie die Viagra Boys, wenn sie die Bühne beherrschen.

 

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Künstler

Veranstaltungsdatum

Februar 12, 2019

Einlass

19:30 PM

Veranstaltungsort

Orangehouse